ESWE Verkehr zieht nach anderthalb Jahren einen positiven Zwischenstand zu einem Pilotprojekt mit Frontkameras in Linienbussen. Seit dem Start im September 2024 sind 14 Busse mit Systemen ausgestattet, die parkende Fahrzeuge auf Bus und Umweltspuren sowie in Haltestellenbereichen erfassen sollen. Das Unternehmen nennt neben der dokumentierten Zahl von Verstößen auch eine hohe Akzeptanz beim Fahrpersonal.
Funktionsweise des Systems
Die Kameras zeichnen ausschließlich ruhenden Verkehr auf. Sie verfügen nicht über eine dauerhafte Video Funktion und erfassen keinen fließenden Verkehr. Das Fahrpersonal aktiviert die Aufnahme manuell per Knopfdruck, sobald stehende Fahrzeuge die Weiterfahrt behindern. Die Auslösung speichert Kennzeichen, Uhrzeit und den exakten Standort als GPS Daten, um eine rechtssichere Dokumentation zu erzeugen.
Ergebnisse und Einsatzorte
ESWE Verkehr berichtet von einer hohen Zahl an Aufnahmen. Pro Monat entstehen demnach Fotos in vierstelliger Anzahl, daraus werden im Schnitt knapp 200 Meldungen an die städtischen Verkehrsbehörden weitergeleitet. Die meisten Vorfälle wurden in der Wiesbadener Innenstadt dokumentiert, insbesondere auf Achsen wie dem Kaiser Friedrich Ring, der Bahnhofstraße und der Wilhelmstraße.
Die Behörde entscheidet über mögliche Bußgelder. Ein Verstoß auf der Busspur kostet in der Regel 70 Euro. Bei einer kombinierten Umweltspur kann zusätzlich ein Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg anfallen. Das Unternehmen beschreibt die Kameras als ein geeignetes Mittel, um gegen auf der Busspur stehende Fahrzeuge vorzugehen, und betont, dass freie Busspuren gleichzeitig dem Fahrpersonal und den Fahrgästen helfen, weil sie der Einhaltung des Fahrplans dienen.
Datenschutz und personeller Aufwand
Die Weiterverarbeitung der Aufnahmen erfolgt nach Rückkehr der Busse und nach Angaben von ESWE Verkehr unter strengen Datenschutzbestimmungen. Unbeteiligte Dritte müssen manuell unkenntlich gemacht werden. Jedes Ereignis wird einzeln geprüft, was die Auswertung zeit und arbeitsintensiv macht. Aus diesem Grund verbleibt ESWE Verkehr formal in der Rolle einer Zeugenschaft und übermittelt danach die als relevant bewerteten Bilder an die Behörden.
Reaktionen und Perspektiven
Dem Unternehmen zufolge bewerten mehr als 90 Prozent des Fahrpersonals den Einsatz des Systems als erfolgreich. Aufgrund der positiven Erfahrungen habe das Projekt Aufmerksamkeit bei weiteren Verkehrsunternehmen bundesweit geweckt. Es gebe unter anderem einen Test mit ähnlicher Technik in Frankfurt.
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