Donnerstag, 29.01.2026

Wiesbaden präsentiert integriertes Modell zur Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum einer südkoreanischen Delegation

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Wiesbaden hat einer Delegation aus Südkorea Einblick in sein Konzept zur sozialen Wohnraumversorgung gegeben. Vertreter der Gyeonggi Housing and Urban Development Corporation informierten sich am 9. Dezember über die Praxis der kommunalen Wohnraumförderung, die Instrumente zur Sicherung bezahlbarer Mieten sowie über aktuelle Herausforderungen wie steigende Baukosten und rückläufige Bautätigkeit.

Aufgaben und Instrumente der Abteilung Wohnen

Die Abteilung Wohnen im Amt für Soziale Arbeit steuert zentrale Aufgaben der kommunalen Wohnraumversorgung. Zu ihren Aufgaben gehören die Umsetzung von Wohnraumfördermaßnahmen nach hessischem Recht, Beratung von Personen mit besonderen Wohnbedarfen, Vermittlung geförderter Wohnungen an berechtigte Haushalte und die Steuerung städtebaulicher Projekte zur Quartiersentwicklung. Diese integrierte Struktur soll helfen, gezielt dort zu unterstützen, wo der Bedarf besonders groß ist.

Wiesbaden setzt dabei auf eine Kombination aus Landes- und kommunalen Mitteln, Mietpreis- und Belegungsbindungen sowie transparente Vergabeverfahren. Rund 3 700 Haushalte sind derzeit als wohnberechtigt registriert, jährlich können etwa 500 Wohnungen vermittelt werden.

Praxisbeispiel Kärntner Viertel

Als konkretes Beispiel präsentierte die Stadt das Projekt im Kärntner Viertel. Dort entstanden 101 Wohnungen, davon 36 mit Fördermitteln. Durch die kombinierte Finanzierung von Stadt, Land und privaten Investoren konnten Mietpreise realisiert werden, die deutlich unter dem Marktniveau liegen. Die Stadt nennt das Projekt ein Beispiel dafür, wie Fördermittel gezielt eingesetzt werden können, um bezahlbaren Wohnraum dauerhaft zu sichern.

Austausch über Herausforderungen und Ziele

Bei dem Fachgespräch interessierten sich die Gäste besonders dafür, wie Wiesbaden trotz steigender Baukosten und demografischer Veränderungen neue bezahlbare Wohnungen ermöglicht und soziale Mischung in den Quartieren stärkt. Heike Richter, die kommissarische Leiterin des Amtes für Soziale Arbeit, sagte dazu, die Stadt arbeite an einem System, das Verlässlichkeit schaffe, sowohl für Haushalte mit dringendem Wohnbedarf als auch für Partner in der Wohnungswirtschaft.

Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher bewertete den Besuch als Hinweis auf die internationale Relevanz der Frage nach bezahlbarem Wohnraum. Sie betonte, dass gute soziale Wohnraumversorgung dort entstehe, wo Erfahrungen offen geteilt und weiterentwickelt werden, und dass solche Gespräche die Bedeutung sozialer Gerechtigkeit und stabiler Quartiere auf internationaler Ebene deutlich machten.

Bilanz des Besuchs

Die südkoreanische Delegation würdigte zum Abschluss die klare Struktur der Wiesbadener Wohnraumversorgung und die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Land und Wohnungswirtschaft. Der Austausch verdeutlichte, dass viele Regionen weltweit vor ähnlichen Aufgaben stehen und dass der integrierte Ansatz Wiesbadens als Impuls dienen kann.

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