Montag, 13.04.2026

Wiesbaden trauert um ehemaligen Oberbürgermeister Rudi Schmitt

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Die Landeshauptstadt Wiesbaden hat Abschied genommen von Rudi Schmitt. Der frühere Oberbürgermeister und Ehrenbürger ist nach Angaben der Familie am Freitag, 10. April 2026, im Alter von 98 Jahren in seinem Haus friedlich entschlafen. Die Angehörigen baten um Rücksicht und weisen Medienanfragen zurück.

Lebensweg und politisches Wirken

Rudi Schmitt wurde am 8. Januar 1928 in Frankfurt am Main geboren. Nach dem Studium arbeitete er von 1946 bis 1954 als Lehrer in Frankfurt. 1947 trat er in die SPD ein, 1954 wurde er in den Hessischen Landtag gewählt. Ab 1960 war er in Wiesbaden als Stadtrat tätig, zunächst als Schul und Sportdezernent und seit 1966 zusätzlich als Kulturdezernent. Am 1. Februar 1968 wurde Schmitt zum Oberbürgermeister der Landeshauptstadt gewählt. Dieses Amt übte er bis 1980 aus.

Während seiner Amtszeit gingen nach Darstellung der Stadt zahlreiche Bauprojekte in die Umsetzung. Dazu gehörten der Neubau und die Modernisierung von Schulen, Sporthallen und Bürgerhäusern. Stadtentwicklung, Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, der Ausbau des Kur und Kongresswesens, sozialer Wohnungsbau, die Anwerbung von Gewerbe, die Sicherung der Energieversorgung und der Aufbau städtepartnerschaftlicher Beziehungen seien Schwerpunkte seiner Arbeit gewesen. Oberbürgermeister Gert Uwe Mende würdigte Schmitt als einen wichtigen Gestalter des modernen Wiesbadens und betonte seine bürgernahe, beharrliche und leidenschaftliche Arbeitsweise.

Bundestag, Ehrenämter und Auszeichnungen

Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Oberbürgermeisters zog Schmitt über ein Direktmandat für zwei Legislaturperioden in den Deutschen Bundestag, in dem er bis 1987 tätig war. Zudem engagierte er sich lange im Deutschen Roten Kreuz. Von 1967 bis 1988 war er Vorsitzender des DRK Kreisverbands Wiesbaden und von 1988 bis 2001 Präsident des DRK Landesverbands Hessen.

Die Stadtverordnetenversammlung ernannte Rudi Schmitt am 18. Mai 1995 zum Ehrenbürger Wiesbadens. Weitere Auszeichnungen umfassen die Ehrenplakette der Landeshauptstadt und das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Abschied und Gedenken

Die Familie teilte mit, die Beisetzung werde im engsten Kreis stattfinden. Aus Rücksicht auf die Angehörigen hat die Stadt angekündigt, eine öffentliche Gedenkveranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt zu planen. Ab Dienstag, 14. April, 10 Uhr, liegt im Foyer des Rathauses am Schlossplatz 6 für eine Woche ein Kondolenzbuch aus. An diesem Tag werden die Fahnenmasten am Rathaus mit Trauerflor versehen.

Oberbürgermeister Mende erinnerte daran, dass Schmitt bis ins hohe Alter am gesellschaftlichen Leben Wiesbadens teilgenommen habe. So habe die Feier zu seinem 98. Geburtstag am 8. Januar noch seine geistige Präsenz und sein politisches Interesse gezeigt. Der Oberbürgermeister sprach der Familie, den Freunden und Weggefährten sein Mitgefühl aus und würdigte Schmitts Verdienste für die Stadt.

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